EWADE
II 3 · Impuls 3.1 — Regeln Live
№ 003.01 — DE
Motive Welle · Lehrstück

Der Impuls und seine drei Regeln.

Der Impuls ist die häufigste motive Welle und das Rückgrat des Elliott-Wellen-Prinzips. Er besteht aus fünf Teilwellen — drei in Trendrichtung, zwei dagegen. Was ihn auszeichnet, sind nicht seine Proportionen, sondern drei unumstößliche Regeln, die jede Zählung erfüllen muss.

Lesedauer8 Min.
SchwierigkeitGrundlagen
Interaktiv4 Module
Abb. 1 · Idealer Impuls (5 Wellen, bullisch)
SVG · 600×450
00Struktur

Fünf Wellen, drei Richtungen, ein Ziel.

Ein Impuls bewegt den Markt. Er teilt sich in fünf Teilwellen: drei in Richtung des übergeordneten Trends (1, 3, 5) und zwei dagegen (2, 4). Die Unterstruktur folgt der Signatur 5-3-5-3-5.

Anatomie eines Impulses

Bullisch · 5 Teilwellen
1, 3, 5 — actionary · in Trendrichtung 2, 4 — corrective · Gegenbewegung

Was Sie wissen müssen

Kurzfassung
Signatur
5-3-5-3-5
Welle 1
Impuls — selten als Wende erkennbar
Welle 2
Korrektur — meist scharf (zigzag)
Welle 3
Impuls — oft die längste und kräftigste
Welle 4
Korrektur — flach oder seitwärts
Welle 5
Impuls — Vollendung des Trends
Im Bärenmarkt umgekehrt: 5 abwärts, 3 aufwärts.
01Erste Regel

Welle 2 darf nie mehr als 100 % von Welle 1 zurücklegen.

Welle 2 ist eine Korrektur — aber sie darf den Start­punkt von Welle 1 nicht unterschreiten. Sobald sie unter das Ausgangs­niveau fällt, ist die Zählung als Impuls ungültig.

Schieben Sie Welle 2 unter den Start

Interaktiv · Slider
Welle 2 — Retracement von Welle 1 50 %
Gültig. Welle 2 bleibt über dem Start­punkt von Welle 1 — die Zählung bleibt erhalten.

Warum diese Regel?

Würde Welle 2 den Anfang von Welle 1 vollständig zurücknehmen, gäbe es keinen erkennbaren Aufwärts­impuls — der Markt hätte den Versuch eines Trend­wechsels schlicht verworfen. Die Zählung wäre nichts anderes als die Fortsetzung der vorherigen Bewegung.

In der Praxis retracen Welle 2 häufig 50 % bis 61,8 % von Welle 1. Tiefere Korrekturen sind selten, aber zulässig — solange das Tief von Welle 1 hält.

„Markets aren't rational. Was die Preise treibt, sind keine Logik, sondern Emotionen — und Emotionen entfalten sich in Mustern." — Elliott Wave Principle
02Zweite Regel

Welle 3 darf nie die kürzeste der drei Impuls­wellen sein.

Verglichen werden nur die actionary Wellen 1, 3 und 5. Welle 3 muss nicht die längste sein — aber sie darf nicht die kürzeste sein. Die meisten Impulse zeigen ohnehin eine Extension in Welle 3.

Justieren Sie die Längen

Interaktiv · 3 Slider
Länge Welle 1 100 pt
Länge Welle 3 160 pt
Länge Welle 5 100 pt
Gültig. Welle 3 ist nicht die kürzeste der drei Impuls­wellen.

Welle 3 ist der Motor

In den meisten Impulsen ist Welle 3 die längste und gewalt­igste Bewegung — sie wird oft von einer Welle der fundamentalen Bestätigung begleitet (Nachrichten, Volumen, Ausbruch). Wäre sie die kürzeste, fehlte dem Impuls seine treibende Kraft.

Ein häufiges Fibonacci-Ziel ist Welle 3 = 1,618 × Welle 1. Wenn Welle 3 extends, sind Welle 1 und Welle 5 oft etwa gleich lang.

„Wave 3 can never be the shortest of waves 1, 3, and 5." — R. N. Elliott
03Dritte Regel

Welle 4 darf nie in das Preisgebiet von Welle 1 eintreten.

Die Kurszone, in der sich Welle 1 abgespielt hat, ist tabu. Sobald Welle 4 dort eindringt — auch nur intraday — ist die Impuls­zählung gebrochen. Eine mögliche Alternative wäre dann ein Diagonal.

Ziehen Sie Welle 4 in die Sperrzone

Interaktiv · Slider
Welle 4 — Retracement von Welle 3 38 %
Gültig. Welle 4 bleibt oberhalb des Hochs von Welle 1.

Die Sperrzone

Die rot schraffierte Fläche markiert das Preisterritorium von Welle 1. Berührt Welle 4 dieses Gebiet, ist das Muster kein Impuls mehr. Die einzige Ausnahme: ein Diagonal, bei dem Wellen 2 und 4 sich gegenseitig überlappen dürfen.

Welle 4 retraced typischerweise 23,6 % bis 38,2 % von Welle 3 und entwickelt häufig eine flache oder Dreiecks-Korrektur — als Kontrast zur meist scharfen Welle 2 (Alternation).

„Diese Regel gilt für alle nicht-gehebelten Kassa­märkte. In Futures kann es vereinzelt zu kurz­fristigen Überlappungen kommen — selten und meist intraday." — Elliott Wave International
04Playground

Testen Sie Ihren eigenen Impuls.

Ziehen Sie die nummerierten Punkte direkt im Chart. Die Auswertung links zeigt in Echtzeit, welche Regel erfüllt ist und welche gebrochen wird. Probieren Sie es: Wo verlieren die fünf Wellen ihren Impuls­charakter?

Drag & check

Punkte 2 · 3 · 4 · 5 sind beweglich

Echtzeit-Prüfung

Gültig
  • Regel 1 Welle 2 < 100 % von Welle 1
    — %
  • Regel 2 Welle 3 ist nicht die kürzeste
  • Regel 3 Welle 4 berührt nicht Welle 1
    — pt

Gültiger Impuls

Alle drei Regeln erfüllt

Hinweis: Die Regeln sind unverletzlich. Bricht eine, ist die Zählung als Impuls verworfen — auch dann, wenn das Muster sonst „nach Impuls aussieht". Verworfene Zählungen werden umetikettiert (z. B. als Diagonal oder Korrektur).

05Schnellreferenz

Die drei Kardinal-Regeln auf einen Blick.

Wenn auch nur eine dieser Regeln gebrochen wird, ist das Muster kein Impuls. Sie sind der Kern — der vollständige Regelsatz darunter verfeinert sie.

01
Welle 2 < 100 % von Welle 1

Welle 2 darf den Anfang von Welle 1 nicht unterschreiten. Üblich: 50–61,8 % Retracement.

02
Welle 3 ist nicht die kürzeste

Im Vergleich der Wellen 1, 3 und 5 darf Welle 3 nie die kleinste sein. Meist ist sie die längste.

03
Welle 4 ohne Überlappung

Welle 4 darf nicht in das Preis­gebiet von Welle 1 eintreten. Gilt nicht für Diagonale.

06Vollständig

Der vollständige Regelsatz (10 Regeln).

Über die drei Kardinalregeln hinaus präzisiert der strenge Regelsatz Struktur und Proportionen jeder Teilwelle. Die drei Kardinalregeln sind hervorgehoben.

  1. 1 Welle 1 muss ein Impuls oder eine führende Diagonale (LDT) sein.
  2. 2 Welle 2 kann jede Korrektur sein außer einem horizontalen Dreieck (HT).
  3. 3 Kardinal · Kein Teil von Welle 2 darf mehr als 100 % von Welle 1 zurücklegen.
  4. 4 Welle 3 muss ein Impuls sein.
  5. 5 Welle 3 muss länger als Welle 2 sein.
  6. 6 Welle 4 kann jede Korrektur sein.
  7. 7 Kardinal · Welle 2 und Welle 4 dürfen sich nicht überlappen.
  8. 8 Welle 5 muss ein Impuls oder eine endende Diagonale (EDT) sein.
  9. 9 Welle 5 muss ≥ 70 % von Welle 4 betragen.
  10. 10 Kardinal · Welle 3 darf nie die kürzeste der Wellen 1, 3 und 5 sein.
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Extensions — wenn eine Welle sich streckt