Der Impuls ist die häufigste motive Welle und das Rückgrat des Elliott-Wellen-Prinzips. Er besteht aus fünf Teilwellen — drei in Trendrichtung, zwei dagegen. Was ihn auszeichnet, sind nicht seine Proportionen, sondern drei unumstößliche Regeln, die jede Zählung erfüllen muss.
Ein Impuls bewegt den Markt. Er teilt sich in fünf Teilwellen: drei in Richtung des übergeordneten Trends (1, 3, 5) und zwei dagegen (2, 4). Die Unterstruktur folgt der Signatur 5-3-5-3-5.
Welle 2 ist eine Korrektur — aber sie darf den Startpunkt von Welle 1 nicht unterschreiten. Sobald sie unter das Ausgangsniveau fällt, ist die Zählung als Impuls ungültig.
Würde Welle 2 den Anfang von Welle 1 vollständig zurücknehmen, gäbe es keinen erkennbaren Aufwärtsimpuls — der Markt hätte den Versuch eines Trendwechsels schlicht verworfen. Die Zählung wäre nichts anderes als die Fortsetzung der vorherigen Bewegung.
In der Praxis retracen Welle 2 häufig 50 % bis 61,8 % von Welle 1. Tiefere Korrekturen sind selten, aber zulässig — solange das Tief von Welle 1 hält.
Verglichen werden nur die actionary Wellen 1, 3 und 5. Welle 3 muss nicht die längste sein — aber sie darf nicht die kürzeste sein. Die meisten Impulse zeigen ohnehin eine Extension in Welle 3.
In den meisten Impulsen ist Welle 3 die längste und gewaltigste Bewegung — sie wird oft von einer Welle der fundamentalen Bestätigung begleitet (Nachrichten, Volumen, Ausbruch). Wäre sie die kürzeste, fehlte dem Impuls seine treibende Kraft.
Ein häufiges Fibonacci-Ziel ist Welle 3 = 1,618 × Welle 1. Wenn Welle 3 extends, sind Welle 1 und Welle 5 oft etwa gleich lang.
Die Kurszone, in der sich Welle 1 abgespielt hat, ist tabu. Sobald Welle 4 dort eindringt — auch nur intraday — ist die Impulszählung gebrochen. Eine mögliche Alternative wäre dann ein Diagonal.
Die rot schraffierte Fläche markiert das Preisterritorium von Welle 1. Berührt Welle 4 dieses Gebiet, ist das Muster kein Impuls mehr. Die einzige Ausnahme: ein Diagonal, bei dem Wellen 2 und 4 sich gegenseitig überlappen dürfen.
Welle 4 retraced typischerweise 23,6 % bis 38,2 % von Welle 3 und entwickelt häufig eine flache oder Dreiecks-Korrektur — als Kontrast zur meist scharfen Welle 2 (Alternation).
Ziehen Sie die nummerierten Punkte direkt im Chart. Die Auswertung links zeigt in Echtzeit, welche Regel erfüllt ist und welche gebrochen wird. Probieren Sie es: Wo verlieren die fünf Wellen ihren Impulscharakter?
Hinweis: Die Regeln sind unverletzlich. Bricht eine, ist die Zählung als Impuls verworfen — auch dann, wenn das Muster sonst „nach Impuls aussieht". Verworfene Zählungen werden umetikettiert (z. B. als Diagonal oder Korrektur).
Wenn auch nur eine dieser Regeln gebrochen wird, ist das Muster kein Impuls. Sie sind der Kern — der vollständige Regelsatz darunter verfeinert sie.
Welle 2 darf den Anfang von Welle 1 nicht unterschreiten. Üblich: 50–61,8 % Retracement.
Im Vergleich der Wellen 1, 3 und 5 darf Welle 3 nie die kleinste sein. Meist ist sie die längste.
Welle 4 darf nicht in das Preisgebiet von Welle 1 eintreten. Gilt nicht für Diagonale.
Über die drei Kardinalregeln hinaus präzisiert der strenge Regelsatz Struktur und Proportionen jeder Teilwelle. Die drei Kardinalregeln sind hervorgehoben.